Quentin Tarantino gegen die Nazis – eine Buchkritik

Auszug der Rezension: George Seeßlen ist ein mit-Autor des wohl Tarantino Standardwerks (deutscher Sprache wohlgemerkt), das schon mehrere Neuauflagen hinter sich hat, und im Moment vergriffen ist. Mit “QT gegen die Nazis” wagt er einen Taschenbuch-Rundumschlag. “Alles über Inglourious Basterds” verspricht das Büchlein, das fast zeitgleich mit dem Film in die deutschen Kinos kommt. Quentin Tarantinos lange erwartetes Werk das im Zweiten Weltkrieg spielt (aber nicht von ihm handelt), ist wie alle anderen Filme Tarantinos, eine Schatzgrube für Filmkenner. Seeßlen beginnt sein Buch mit einer langen Erklärung, was mit dem 2. Weltkriegs Film allgemein falsch ist, und wo Inglourious Basterds ins Spiel kommt. “Ein heftiges Rumoren” nennt er den Film, ein “verfilmtes Gespräch über Kino-Klischees und ihre Wirkungen, gelegentlich auch über das Kino selber und das, was es abbilden kann. Nicht mehr. Und eben auch auch nicht weniger.”
In seinem ersten Kapitel widmet sich der Autor teils Tarantinos Hintergrund sowie der Entwicklung des Films und den Einflüssen. Die zum Teil sehr tiefgründigen und smarten Analysen und Verknüpfungen machen einen guten Eindruck, aber schon hier muss man als Tarantino Kenner feststellen dass es sich um eine sehr hastige und nicht ausreichend fundiertes Resumee der Basterds Historie handelt. Da verlaufen einige Argumente etwas im Sand, es wird erwähnt dass Tarantino von Morricone als Komponist ausging (was Tarantino unter anderem in einem Interview mit mir korrigiert hat) oder von mehreren Ländern als Drehort gesprochen, wo doch außer 2 Tagen nur in Deutschland gedreht wurde. Auch springt der Autor dann relativ schnell von den 90ern nach Cannes diesen Jahres, da geht jede Menge wichtige Entstehungsgeschichte verloren.



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